Technik

Erfolgreich Schleppen mit Rute und Rolle
Das Fischen mit Schleppbrettchen ( auf Englisch Planerboards ) wird in Nordamerika seit Jahrzehnten praktiziert und fand erste erfolgreiche Nachahmer in der Schweiz beispielsweise auf dem Neuenburgersee. Diese weltweit bewährte Schlepptechnik wird durch das neu entwickelte STUCKI Power Board ideal an die Gegebenheiten auf unseren Voralpenseen angepasst.
Fünf Vorteile des Schleppbrettchens
– Sie fischen und drillen direkt mit der Rute. Der Drill mit der Rute erlaubt einen direkten Kontakt zum Fisch.
– Der Drill verläuft gefühlvoller als mit Tiefsee-Schleike oder Seehund, Ihr Vergnügen beim Fang ist somit wesentlich grösser und Sie verlieren weniger Fische im Drill.
– Sie können im Vergleich zum einfachen Rutenschleppen eine viel grössere
Wasserfläche abfischen und bei Bedarf mit mehr Ruten pro Boot schleppen.
– Treibgut und Wasserpflanzen werden zum grössten Teil vom Schleppbrett abgefangen, Ihr Köder bleibt auch bei « schwierigen » Bedingungen länger sauber.
– Beim Biss hakt sich der Fisch wegen des starken Widerstands zuverlässig von selbst.


Das Material
Die richtige Auswahl des Materials erhöht die Fangchancen und die Freude am Schleppen.
Man braucht je nach Fischart :
– Starke, nicht zu steife Steckruten in Längen von 210 bis 300 cm mit Wurfgewicht zwischen 150 und 500 g, je nach der Materialqualität.
– Solide Stationär- oder Multirollen mit einer Schnurkapazität von mindestens
150 m / 0,40 mm.
– Geflochtene Schnur von guter Qualität ( z.B. SG Finezze ) in den Durchmessern von 0,26 und 0,40 mm ( siehe Montage-Skizzen ). Die Verwendung gut unterscheidbarer Farben ist vorteilhaft, z.B. Gelb auf der Rolle, dann grün oder rot zwischen Schleppbrettchen und Köder.
– Hochwertige monofile Schnur ( z.B. Fighter) 0,30 bis 0,40 mm.
– Für Hechte Stahl- oder Titandrahtvorfach ( Tragkraft mindestens 10 kg ).
– Zuverlässige, möglichst unauffällige Karabiner.


Die Montage
1. Auf die Rolle kommen zuerst mindestens 100 Meter geflochtene 0,40er-
Schnur.
2. Zwei Meter vor dem Ende dieser Schnur werden im Abstand von etwa 45 cm zwei doppelte Schlingenknoten gelegt, wobei die entstehenden Schlaufen
( zum Einhängen ins Schleppbrett ) etwa 4 cm lang sein sollten.
3. Mittels Blut- oder Uni-Knoten werden daran 20 bis 30 Meter geflochtene
0,26er-Schnur angehängt.
4. Den Abschluss bilden je nach bevorzugter Zügellänge 5 bis 30 Meter hochwertiges Monofil von 0,30 bis 0,40 mm
5. Für die Hechtfischerei folgt zwingend ein mindestens 50 cm langes Stahl- oder Titandrahtvorfach mit 10 bis 20 kg Tragkraft.
6. Hochwertiger Karabiner


So wird geschleppt
Zuerst die längste Rute für den am weitesten vom Boot entfernten Köder bis zur Schlinge zur Bleibefestigung auslassen. Das eventuell benötigte Blei mit dem STUCKI Inox-Einhänger ( S14.535 ) in den offenen Knoten einhängen. Dann die vorgesehene Totallänge an Schnur auslassen, das Schleppbrettchen in den zwei vorbereiteten Schlingenknoten einhängen: Zuerst die Schlinge am Seitenarm, dann die zweite Schlinge am hinteren Halte-Haken.Die Schnur zwischen den zwei Befestigungshaken darf auf keinen Fall straff sein, sonst läuft das Board nicht ! Nun die komplette Montage bis zur vorgesehenen Schwimmentfernung auslassen. Danach wird dieser Vorgang mit den übrigen, für die nähere Positionierung mit Vorteil kürzeren Ruten fortgesetzt, bis alle Köder im Wasser sind.


Wichtige Tipps
– Die Rollenbremse darf nicht zu hart eingestellt sein, um Schnurbrüche beim
Biss kapitaler Fischen zu vermeiden.
– Bei Stillstand darauf achten, dass die äusseren Schnüre nicht durch die inneren überfahren werden. Sollte das passieren, immer das am nächsten beim Boot schwimmende STUCKI Power Board zuerst einziehen.
– Wenn infolge Unachtsamkeit die Schnüre fallen ( z.B. zu schnelle Kurve gefahren), erhöhen Sie kurz die Geschwindigkeit des Boots bis die Schnüre wieder straff sind.


Was ist fängig?
Um Erfolg zu haben ist es natürlich wichtig, dass der Köder einwandfrei läuft. Das sollte man jedes Mal beim Auslassen per Sichtkontakt überprüfen. Viele Köder spielen nur fängig beim passenden Schlepptempo. Das gilt es herauszufinden und zu halten. Üblich sind Schlepp-Geschwindigkeiten zwischen 2,5 km/h bis 5 km/h. Wichtig ist, dass die gemeinsam verwendeten Köder alle im selben Tempobereich ihre maximale Fängigkeit entwickeln. Unter gewissen Bedingungen fangen langsam präsentierte Köder, dann wieder ist ein erhöhtes Tempo der Schlüssel zum Erfolg. Zum erfolgreichen Schleppen gehört das Ausprobieren und eine Köderpalette, die die verschiedenen Bedingungen abdeckt, von langsam bis schnell, von klein bis gross, von realistisch natürlich gefärbt bis grell und auffällig usw. Zudem spielt die Schlepptiefe oft eine entscheidende Rolle.
Beim Fahren in Kurven muss man unbedingt darauf achten, dass die Köder auf der Innenseite nicht zu langsam laufen. Sonst gibt es bei einem Biss keinen genügend grossen Widerstand und der Fisch wird nicht gehakt. Das bedeutet konkret, dass man in Kurven etwas schneller fahren muss. Fahren Sie immer weite Kurven !
Achten Sie immer auf andere Fischerboote, auf Linienschiffe, Segler, Ruderer, Motorboote, Surfer, etc. Vorausschauend fahren und weiträumig ausweichen sind beim Schleppen eine lohnende Fertigkeit, die unangenehme Komplikationen vermeidet und daher die effektive Fischerzeit verlängert.


Biss !
Es ist ein wunderbarer Moment: Ihr Schleppbrett wandert zügig nach hinten. Kein Treibholz, kein Hänger, eindeutig ein schöner Fisch ! Nun die Geduld bewahren und warten ! Die Rute noch nicht aus der Halterung nehmen, sonst hakt sich der Fisch nicht von selbst. Wenn es ein ganz grosser Fisch sein könnte, dann sogar noch etwas Schnur geben – aber immer unter kontrollierter Spannung halten ! Wenn immer möglich, weiter fahren, sonst können sich die Schnüre verheddern. Ist der Fisch gehakt, muss man in den meisten Fällen nur die Rute mit dem Fang einziehen : Der Fang wird von hinten durch die Mitte zum Boot gebracht. Die anderen Ruten bleiben am Platz. Dafür braucht es von Vorteil einen zweiten Mann an Bord, der das Steuer übernimmt oder einen Autopiloten.


Wind !
Bei starkem Wind funktioniert allerdings der Autopilot häufig nicht zuverlässig.
Dann empfiehlt es sich das Boot mit einer grossen Kurve in den Wind zu drehen und mit dem Wind fahren. Eventuell das Tempo etwas erhöhen, falls es der Drill zulässt. Lassen Sie sich Zeit ! Wenn der Fisch schlecht gehakt ist, löst er sich sowieso. Wenn er gut gehakt ist, dann erhöht ein geduldiger Drill die Chance einer Landung. Ist der Fisch schwer und kräftig, kann man ihm nachfahren, aber immer in weiten Kurven, sonst ist der Schnursalat vorprogramiert. Den Räuber muss man dabei möglichst immer unter Zug halten, aber nie zu sehr forcieren, sonst springt er
und geht verloren. Jederzeit bereit sein, Schnur unter Spannung nachzugeben. Damit der Hecht nicht aus dem Wasser springt, sollte man die Rutenspitze knapp über der Wasseroberfläche halten und nie zu schnell einkurbeln oder zu stark forcieren.


Vor der Landung
Das Schleppbrettchen nie bis an die Rutenspitze hoch ziehen, sondern etwa einen Meter davor anhalten, die Rute in Gegenrichtung kippen, die Schnur unter Spannung in die Hand nehmen und zuerst den Seitenarm lösen, damit bei einem Fluchtversuch das Power Board nicht stört. Rollenbremse locker einstellen und unbedingt darauf achten, dass sich die Schnur nicht um die Rutenspitze wickelt. Nun geht der Drill an freier Schnur weiter. Viel Vergnügen!


Feumern
Der Fisch wird in Bootsnähe vermutlich noch einige besonders heftige Fluchtversuche machen. Lassen Sie sich Zeit und geben Sie falls nötig etwas Schnur, aber immer Kontakt halten ! Erst wenn der Fisch müde ist, Gang raus, den Feumer ( ein stabiles, grosses Modell ) von hinten über den Fisch ziehen oder ihn ins Feumernetz schwimmen lassen. Dann den Feumer am Rahmen hochziehen, und nicht am Stiel – dieser verbiegt sich oder bricht bei grosser Beute.


Und weiter gehts !
Sofort nach dem Feumern wieder den Gang einlegen, sonst gibt es Schnursalat. Nachdem Ihr hoffentlich prächtiger Fang abgehängt ist, lassen Sie den Köder hinten durch die Mitte und immer unter leichtem Zug wieder aus. Nachdem das STUCKI Power Board wieder eingehängt ist, müssen Sie darauf achten, dass der Köder sich nicht seitwärts in den anderen Schnüre verheddert, sondern möglichst weit nach hinten schwimmt. Sollte er sich zu stark seitwärts bewegen, muss so viel Zug auf die Rute ausgeübt werden, damit der Köder über den bereits ausgelassenen Schnüren in die definitive Position gezogen wird.


Und nun viel Freude und Erfolg auf dem Wasser !